Beratung und Schnitt
Wir haben im letzten Jahrzehnt in Hamburg und Umgebung ein System entwickelt, mit dem wir die Obstbäume unserer Kunden erfolgreich pflegen und schneiden und das mit an den jeweiligen Geldbeutel angepassten Kosten.
Oberstes Ziel unserer Arbeit ist die Erhaltung und Rettung möglichst aller uns anvertrauten älteren Obstbäume. Der Schnitt der Bäume ist dabei die zentrale Maßnahme. Hierfür besuchen wir die meisten Bäume je einmal in der Vegetationsruhe und einmal im Sommer.
Für spezielle Fälle von Baumrettungen empfehlen wir eine bestimmte Bodengesundungsmaßnahme und wir greifen in der Not auch zur Spritze, die allerdings nicht mit den sonst üblichen Giften, sondern mit einem unterstützenden Vitalisierungsmittel aus Pflanzenextrakten gefüllt wird. So konnten wir schon einige typisch abgängige (d.h. sterbende) Bäume ins Leben zurückholen.
Zur Erntehilfe -besonders in Jahren von Massenernten- halten wir eine Hydrosaftpresse inklusive Ausrüstung bereit, mit der einfach und zügig ein köstlicher Fruchtsaft hergestellt werden kann, oder wir geben Auskunft über Mostereien in Ihrer Nähe.
Zur Sortenbestimmung arbeiten wir eng mit der Pomologenszene zusammen und engagieren uns für den Erhalt und die Rettung alter Obstsorten. Fällen Sie nie einen Baum, dessen Sorte nicht mit Sicherheit bestimmt ist. Unwahrscheinlich, aber es könnte theoretisch der letzte einer verschollenen Sorte sein. Alle unwiederbringlich ausgestorbenen alten Obstsorten sind irgendwann einmal mit der Fällung des letzten Baumes der Sorte ausgestorben.
Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.
Winterschnitt
In der Regel soll der Winterschnitt den Baum stärken. Obstbäume -ähnlich ihren
Verwandten, den Rosen- reagieren gut geschnitten gemeinhin positiv auf die oberirdische Reduzierung und die Bevorteilung der Wurzel. Die verbliebene Wurzelkraft, verteilt auf weniger Knospen, kräftigt den Austrieb.
Dieses Gesetz bewirkt eine eindrucksvolle Jungerhaltung selbst alter Baumriesen. Im Idealfall eines gedachten großen gesunden Apfelbaumes genügt das Abwerfen von 1-2 3-4-jährigen Fehl- oder Außenständern aus 5-6 Kronenbereichen, wenn keine Krankheiten ein stärkeres Eingreifen erfordert. Diese 5-12 Schnitte erfordern allerdings ein Durchklettern der gesamten Krone.
Ein gesunder älterer Baum, der sich in seinem physiologischen Gleichgewicht befindet, muß dann nicht mehr in jedem Jahr geschnitten werden, was die Kosten weiter reduziert.
Der Sommerschnitt
Alte Obstbäume erfordern eine grundsätzlich andere Pflege als z.B. die industrialisiert bewirtschafteten Obstplantagen. Es geht hier nicht vordringlich um einen besonders hohen Ertrag sondern in erster Linie um die Gesunderhaltung der Bäume. Hierbei hat der Sommerschnitt einige unübertreffbare Vorteile.
Im Sommer kann der Gärtner anhand der Laubbeschaffenheit und des Fruchtansatzes sehr genau sehen, wie vital der einzelne Baum ist. Er erkennt jetzt anhand von Kümmerwuchs oder sogar abgestorbenen Zweigen, wo z.B. Pilz versucht, sich im Baum auszubreiten. Ein sofortiger Ausschnitt verhindert möglicherweise ein weiteres Ausbreiten des Pilzes im Baum.
Die Wassertriebe oder einjährigen Reiser, deren Schnitt bei vielen vitalen älteren Bäumen einen Großteil der Arbeit verursacht, können ebenfalls im Sommer geschnitten werden, sofern sie unerwünscht aus älterem Holz austreiben. Ihr Laub beschattet die Früchte, der Baum vergeudet hier unnötige Kraft, und die Schnittwunden können sofort ausheilen.
Schnittwunden verheilen während der Vegetationsperiode besser, als während der winterlichen Ruhezeit. Da der Baum im Saft steht, sind auch die Abwehrkräfte gegen Krankheiten sofort zu Stelle und verhindern eine potentielle Infektion.
Totholzschnitt läßt sich vortrefflich im Sommer machen. Wann sieht der Gärtner besser, was nicht belaubt ist. Totholz hat jedoch oft auch statische Funktion, die nicht unterschätzt werden sollte. Darüberliegende belaubte Kronenbereiche könnten Fruchtasteinbrüche erleiden, wenn statisch wichtige Totholzbereiche geschnitten werden. In diesem Fall wird zunächst im vorherigen Winter eine statische Entlastung der darüber liegenden Bereiche vorgenommen.
Besonders starkwachsende Bäume und Sorten, die am Standort nicht größer werden dürfen, werden im Sommer durch einen starken Schnitt in ihrem Wachstum gebremst. Hierbei sollte allerdings vorsichtig gehandelt werden.
Zeitpunkt des Sommerschnittes ist in der Regel um Johanni, wie bei den Hecken, nachdem der erste Wachstumsschub des Frühjahres vorbei ist. Ausnahme bilden die Ernteschnitte bei Kirschen und Pflaumen, die zur Ernte oder kurz dannach erfolgen.
Pflanzung alter Obstorten
Dauerhaft können die zahlreichen wunderbaren alten Obstsorten nur erhalten werden, wenn sie möglichst oft neu gepflanzt werden.
Wir geben Tips, wo alte Obstsorten zu erhalten sind, beraten bei der Sortenwahl, beschaffen Ihnen die Bäume oder wir übernehmen die komplette Pflanzung.

